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Sommer 2003: Vier Wochen
LESEPROBE |
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Auslöser für unsere Reise nach Montenegro war eine TV-Reportage im Oktober letzten Jahres, in die ich zufällig „reinzappte“. In diesem Fernsehbericht über Montenegro war viel von der ehrwürdigen Kultur des Landes der „schwarzen Berge“ die Rede, von Bischöfen und alten Kathedralen. Einige Szenen zeigten ein Lokal „Alte Mühle“, in dem es sich sehr gut speisen lassen sollte. Die Tische im Freien sahen so einladend und die Speisen so lecker aus, dass ich zu Hanne sagte: „Da fahren wir hin.“ So war die Idee geboren und nach und nach begannen wir mit der Informationsbeschaffung, die sich teilweise als sehr schwierig herausstellte. Mal ehrlich: Wo genau liegt eigentlich Montenegro? Aktuelle Reiseführer für die Situation nach dem Balkankrieg ab 1992 gibt es so gut wie keine (wie konnten nur ein kleines, deutschsprachiges Büchlein besorgen, und einen etwas ausführlicheren, englischen Reiseführer). Auch das Internet gab nicht allzuviel her. Trotzdem, oder gerade deswegen, wurde unser Interesse nur noch grösser. Da wir nur zwei Wochen Zeit hatten (Pfingstferien) und wir befürchteten, auf dem Weg dorthin entweder im schönen Slowenien oder in Kroatien zu versumpfen, buchten wir keine Fähre für die Rückfahrt. Es war also offen, ob wir Montenegro überhaupt erreichen würden, ob es uns dort gefallen würde, und auf welche Weise wir wieder zurück nach Hause kämen... *** ...Dann fahren wir auf der alten Hauptstrasse von Bar über Tudemili und Sutorman zum Skutari See. Es ist eine wunderschöne Passstrasse durch unberührte Natur. Manchmal ein paar Frostaufbrüche oder Steinschlag, aber eine der schönsten Traumstrassen! Einige kleinere Müllhalden am Strassenrand muss man einfach ignorieren, und auch die rücksichtslos abgestellten Schrottautos, die noch einige Jahrzehnte vor sich hinrosten. Mit Umweltschutz nehmen es die Montenegriner nicht so genau. Hoffentlich findet diesbezüglich noch ein Umdenken statt, denn das Land gilt als eines der reizvollsten und unberührtesten an der ganzen Adriaküste. Es gibt hier die seltensten Tier- und Pflanzenarten, und es wäre eine Tragödie, wenn man diese Schätze durch Gleichgültigkeit vernichten würde. Da kommt der Skutari See in Sicht! Es ist einer der grössten Seen Europas und bildet teilweise die Grenze zu Albanien. In Virpazar verträumen einige Fischer die heisse Mittagszeit, wir beobachten bei einem Imbiss eine Wasserschlange, die sich auf den Seerosen tummelt. Eine Bootsfahrt wäre jetzt nicht schlecht, aber wir wollen heute noch in den Nationalpark Lovcen. So trägt uns die Maschine trotz der Hitze treu auf dem kleinen Strässchen über Komarno und Rijecani weiter nach Rijeka-Crnojevica. Der Weg ist vergleichbar mit den kurvenreichsten Strecken auf Korsika oder in den französischen Cevennen. Kurz vor Rijeka-Crnojevica müssen wir nochmal Pause machen, sonst trifft uns der Hitzschlag. Das Thermometer an der BMW hängt bei 43 Grad am Anschlag. Der Lovcen ist für heute gestrichen. Wir disponieren um – in Rijeka-Crnojevica biegen wir statt links nun rechts ab, um schnellstmöglich wieder auf die Magistrale und von da ab zurück zur Küste zu kommen. Wie es manchmal so sein soll, beschert uns diese Richtungsänderung eines der grössten Natur-Spektakel. Während der Bergauffahrt aus dem Seedelta steht plötzlich oben am Berg ein blitzsauberes Hotel („Motel Gazivoda“). Einkehr – kaltes Wasser – erfrischender Espresso – und eine der grandiosesten Aussichten, die ich je erlebt habe: Tief unten im Tal schlängelt sich einer der Flussarme des Skutari Sees in einer 360 Grad Wendung um einen Berg, im Hintergrund steigen, wie von Riesenhand künstlich hingepflanzt, zwei weitere, völlig freistehende Berge steil in die Höhe. Milliarden von Seerosen lassen den Flusslauf erscheinen, als ob er nur ein Drittel so breit wäre, als er tatsächlich ist. Es ist ein Spektakel allererster Güte, und wir wollen gar nicht mehr weiterfahren. Man muss die Weite dieser Landschaft einfach selbst erfahren haben. |
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! NEU ! Dieser Download ist die aktualisierte und erweiterte Fassung vom 2003-09-17, nachdem wir nochmal in Montenegro waren!
Wer sich für die ganze Geschichte interessiert, der kann sie hier als ZIP Datei downloaden (ca. 2,1 MB). Nach dem Entpacken entsteht eine PDF Datei (Acrobat Reader wird benötigt):
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